Reviews "Passengers"
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Drei Jahre ist es her, seitdem die Deutschen "FireScent" ihre Debüt-EP "Suicidewalk" veröffentlicht haben. Damals hat sich der Stil der Truppe schon ganz gut gezeigt, welcher auf der neuen Scheibe, dem Debütalbum "Passengers", schön weitergeführt, verfeinert und perfekt auf die Band zugeschneidert wurde.
Eingeleitet wird der Rundling direkt von einem der Höhepunkte des Albums, "Ascension Theory". Sofort sticht die progressive Ader der Truppe hervor, welche die Musik stets interessant und spannend bleiben lässt. Auf aggressive Stellen mit einer Menge Doublebass und wütendem Gesang treffen ruhigere, atmosphärische Passagen, welche das volle musikalische Spektrum der Band verdeutlichen. Bestes Beispiel dafür ist wohl das Stück "Silent Solitude". So kommt eine leicht melancholische, düstere Atmosphäre auf, welche sich durch die gesamte Spielzeit von knappen 50 Minuten zieht. Passend dazu ist auch das Cover-Artwork der Scheibe ausgefallen.
Zur instrumentalen Seite ist dazu noch anzumerken, dass man sich durch diverse Metal-Genres arbeitet. Der progressive Grundton zieht sich einerseits durch typische Heavy und Thrash Metal-Strukturen, lässt aber auch diverse rockige und akustische Spielereien zu. Auch Keyboard-Einsätze à la "Dream Theater" sind an manchen Stellen zu hören, jedoch weniger häufig und vordergründig, als es bei den Amis der Fall ist. So kann man den Stil der Band nur schwer in eine Schublade zwängen, was ich jedoch nur gutheißen kann und die Eigenständigkeit der Truppe zeigt. Ein großer Pluspunkt ist jedoch, dass diese komplexe Stilmixtur zu keiner Sekunde überfordernd oder anstrengend zu hören wird. Die Lieder strotzen, vor allem durch den Gesang, vor Eingängigkeit und können mit einigen feinen Hooklines auftrumpfen.
Sehr gefreut habe ich mich auch über die deutliche Verbesserung des Gesangs. Der großteils vorherrschende Klargesang wirkt nun nicht mehr leicht fehl am Platz, sondern durchwegs passend. Es wird jeder Ton perfekt getroffen und hie und da durch kurze Growl-Einsätze ergänzt, was ebenfalls dem durch die Instrumentierung schon recht hoch gehaltenen Abwechslungsreichtum der Platte zu Gute kommt.
Vom Klang bin ich ebenfalls schwer beeindruckt. Sehr natürlich, aber dennoch druckvoll und heavy. Alle Instrumente sind, wie es im Progressive Metal-Genre auch wichtig ist, perfekt auszumachen und wurden ins richtige Locht gerückt.
Für mich war es anno 2009, als ich die "Suicidewalk"-EP reviewen durfte, bereits klar, dass mit "FireScent" eine ganz besondere Band auf uns zukommt. Ich habe aber nicht damit gerechnet, dass die Herren ein derart gutes Debüt vorlegen würden. Wer sich eine großartige, progressive Mischung aus Heavy und Thrash Metal nicht entgehen lassen möchte, sollte "Passengers" unbedingt antesten!
www.amboss-mag.de
Aus den Resten der Band MINDCRIME entstand FIRESCENT, die nach einer EP in 2009 nun ihr Debütwerk veröffentlicht haben. Und das klingt für eine Eigenproduktion sehr ordentlich. Freunde von düstere, härteren, melancholischen und auch progressiven Klängen könnte das gefallen, was es auf “Passengers” zu hören gibt. Viel Wert haben die Siegener auf die Melodien gelegt, die immer wieder von der eindringlichen Rhythmusfraktion unterstützt werden. Daneben wechseln sich ruhige und durchaus aggressive Parts ab, die sowohl zum Nachdenken, als auch zum Bangen einladen. Viele Ideen sorgen dafür, dass man mehrere Durchläufe benötigt, damit sich einem die Stücke erschließen. Aber das klappt meistens, wenn auch nicht immer. Einige Parts rauschen dann doch einfach nur so durch meine Gehörgänge. Doch Stücke wie “Silent solitude” lohnen sich, trotz etwas schwächerer Phasen, sich mit “Passengers” und ihren Machern von FIRESCENT zu beschäftigen. Insgesamt ein guter Einstand für die Band! (eller)
www.bleeding4metal.de
Ich war noch nie ein großer Freund von progressiver Musik, und daran ändern leider auch die Siegener von FIRESCENT nichts. Dennoch bilde ich mir ein, gute progressive Musik von schlechter unterscheiden zu können, auch wenn es nicht ganz meinen Geschmack trifft. Mit "Passengers" liefern die Westfalen nach der EP "Suicidewalk" von 2009 nun ein Debütalbum ab, welches eine Mischung aus Dark Metal und Progressive bietet. Dabei begeben sich FIRESCENT zwischendurch immer wieder gerne mal in etwas ruhigere, akustische Gefilde, wodurch der Gesamtsound immer wieder aufgelockert wird. Auch einige Growls haben sich in den ansonsten sehr düster-atmosphärischen Sound eingeschlichen, was auch bei den Vocals von Christoph Weller für genügend Abwechslung sorgt.
Die Instrumentalfraktion verwöhnt den Hörer immer wieder mit gekonnten Einsätzen von den bereits erwähnten akustischen Gitarrenklängen, zaubert hin und wieder aber auch mal schöne, teilweise melancholische Melodien aus den Saiten. Die fetten Riffs lassen ansonsten eine gehörige Portion Power Metal durchschimmern, so dass sich insgesamt eine nicht alltägliche Melange bildet, die sich nur schwer genau einordnen lässt.
Unterm Strich haut "Passengers" mich persönlich nicht gerade vom Hocker, aber dennoch bleibt ein ordentliches Album, bei welchem Freunde von Dark/Progressive Metal auf jeden Fall mal reinlauschen sollten, zumal der Sound für eine Eigenproduktion auch absolut in Ordnung geht.
www.metal.de
Hervorgegangen ist diese Formation aus dem Raum Siegen aus den Melodic/ Power Metallern MINDCRIME, die zu Beginn dieses Millenniums ihr Unwesen trieben und es immerhin auf eine EP und drei Alben gebracht haben. Deren letztes Werk "Strandead" im Jahr 2006 war vor allem von der imposanten Gesangsdarbietung von Frontmann Christoph Weller geprägt, der nicht nur mit melodischen Passagen zu überzeugen wusste, sondern auch mit aggressivem Thrash-Gesang.
Zusammen mit seinem damaligen Mitstreiter Mario Junker am Bass hob Christoph nach dem Ende von MINDCRIME das aktuelle Betätigungsfeld FIRESCENT aus der Taufe, wobei der Bandname förmlich zu spüren ist, gehen die Jungs doch mit jeder Menge an Feuer, Ambition und Eifer zur Sache. Im direkten Vergleich zu MINDCRIME gehen es die Jungs nunmehr noch heftiger an, agieren allerdings auch noch vielschichtiger, sodass wir mit einer Melange konfrontiert werden, die sowohl melodischen Power Metal, jede Menge progressiver Versatzstücke, dezenten Thrash der moderneren Bauweise, aber auch – vorwiegend durch gelegentlich verwendeten Growls – zeitgemäßen, melodischen Death Metal enthält.
Durch die mitunter fast schon verqueren, durchwegs brachialen aber dennoch griffigen Passagen kommen mir bei Zuhören phasenweise gar meine, leider wohl definitiv verblichenen, Heroen NEVERMORE in den Sinn, wobei man deren düsteren atmosphärischen Ansatz durch Keyboard-Sounds erweitert, was die Chose in Summe gar in Gefilde von düsteren Formationen wie THE FORESHADOWING schippern lässt und eine weitere Nuance im Klangbild ausmacht.
Wenn es dagegen eher "modern" zur Sache geht, darf man wohl für die Power Metal-Anteile durchaus den Namen SYMPHORCE in den Ring werfen. Die eher klassisch infiltrierten Power/Prog-Passagen dagegen lassen mich an Formationen wie PSYCO DRAMA denken und für die wirklich zeitgemäßen Klänge kann man sich auch die frühen SOILWORK dazudenken.
Klingt doch interessant, oder? Das ist auch und zwar sehr sogar, weshalb hier aufgeschlossene Metaller mit einer Vorliebe für die genannten Acts sofort zuschlagen sollten–etwaige interessierte Mitarbeiter diverser Labels selbstredend auch!
www.ancientspirit.de
FIRESCENT aus dem Raum Siegen/Dillenburg veröffentlichten am 1. Februar diesen Jahres ihr Debütalbum 'Passengers'. Um es vorweg zu nehmen: Das Album ist weder der Weisheit letzter Schluss, noch eine musikalische Offenbarung - aber ein verdammt gutes Progressive Metal Album ist es geworden!
Christoph Weller (Gesang), Daniel Benner und Sascha Stange (Gitarre) sowie Mario Junker (Bass) und Tobi Jost (Schlagzeug) haben ein durch und durch professionell und dennoch frisch klingendes Album abgeliefert, das nicht nur durch eine ansprechende Produktion, sondern auch durch funktionierende Songs auffällt. Freilich ist das Material nicht catchy genug um bei größeren Stationen Airplay zu bekommen, dürfte aber dennoch für einen großen Teil der Freunde harter Klänge zugänglich genug sein, um den Weg in den CD- bzw. MP3-Player zu finden. Die Grundstimmung ist etwas düster und melancholisch, allerdings ohne wirklich depressiv zu klingen. Einen großen Anteil am (trotz ordentlich bratender Gitarren) insgesamt recht geschmeidigen Sound hat der abwechslungsreiche Gesang von Christoph Weller. Von kraftvollem Klargesang und aggressiven Shouts bis hin zu fragilen, sanften Tönen hat er alles drauf. Die Stellenweise vorhandenen Growls (z. B. bei "Moving Skywards") stammen aber vermutlich von einem anderen Bandmitglied, bzw. einem Gastsänger.
Wer mit ANATHEMA, SIEGES EVEN, EVERGREY oder auch älteren Bands wie DARK MILLENNIUM etwas anfangen kann, sollte auch hier mal reinhören - wobei man sich bewusst sein sollte, dass FIRESCENT durchaus sehr eigenständig klingen und es lediglich Anklänge an die eben genannten Bands gibt. Man muss den neun Tracks zwar ein paar Durchläufe geben, aber das lohnt sich auf jeden Fall.
www.bloodchamber.de
Erschöpft und ausgelaugt hat sich der einsame Wanderer auf einer mächtigen Brücke niedergelassen. Der wolkenverhangene Himmel und die schäumende Brandung des Wassers scheinen den gedankenverlorenen Melancholiker kaum zu berühren. Zögerlich hält er den Daumen empor. Das Ziel seiner Reise: „Evidence“. Je länger man dieses wenig hoffnungsfrohe Bildnis auf sich einwirken lässt, desto mehr beschleicht den Zuschauer das Gefühl der Ausweglosigkeit. Wohin soll die Reise gehen? Greift man die Symbolik zum Artwort des neuen FIRESCENT Albums auf und überträgt diese auf die Musik, ist man schnell bei der Frage nach der musikalischen Wanderung der Band aus Siegen. Verkommt „Passengers“ zur hilf- und ziellosen Suche nach Besonderheit und Extravaganz oder bietet es die Grundlage, sich in seinen Fängen zu verlieren und verträumt dem Dargebotenen zu lauschen?
Nach der vom ehemaligen Mitarbeiter Stephan eindrucksvoll beschriebenen EP der Band um Sänger Christoph Weller, steht nun – drei Jahre später - das Debütalbum auf dem Prüfstand. Zur Biographie und musikalischen Entwicklung wurde an besagter Stelle bereits genügend gesagt, also gilt die Konzentration einzig und allein dem 53 minütigen Soundcocktail aus verschiedensten Spielarten des modern-rockenden Dark / Power Metals. Das Artwork lässt keine Zweifel daran aufkommen, dass hier fernwehbeseelte KATATONIA-Jünger ihrem Hobby frönen. Nach einigen Durchläufen von „Passengers“ wird allerdings schnell deutlich, dass sich die Band nicht allein auf einen Einfluss reduzieren lässt. Noch stärker leuchtet das düstere Licht von OPETH durch die Songzeilen hindurch. Gleichzeitig begleiten progressiv-powermetallische Strukturen á la NEVERMORE das komplette Album. Den Hörer erwartet somit eine Melange aus wuchtigen Gitarrenriffs, treibendem Drumming, nachdenklich intoniertem Gesang und komplexen Passagen, die man nicht mal eben im Vorbeihören verinnerlicht.
Die große Stärke des Albums liegt in den Melodien, die mal zerbrechlich traurig, mal etwas hoffnungsvoller und erwärmend auf den Hörer herein prasseln. Wäre da nicht die immer wieder brachial eingesetzte Gitarrenarbeit, würde „Silent Solitude“ während des Refrains fast schon heimelige Kaminfeuerstimmung erzeugen. Auch das erhaben beginnende „Moving Skywards“ entpuppt sich als Grower und wächst mit jedem Hören. Hauptverantwortlich ist dafür das Saitenduo Junker/Minrich, das mit unglaublicher Spielfreude und Ideenreichtum dem gesamten Album seinen Stempel aufdrückt. Ebenfalls erfreulich ist die gesangliche Entwicklung von Christoph Weller, der von verträumtem Trauergesang bis hin zu röhrender Verbalakrobatik so ziemlich alle Bandbreiten bedient, die man in einem derart abwechslungsreichen Fahrwasser nun einmal braucht. Das spürt man vor allem beim stark OPETH-lastigen „Convenience Mark“, das fast schon halb-balladeske Züge annimmt. Doch beschleicht einen einmal das Gefühl der heimeligen Glückseligkeit, growlt plötzlich Bassist Mario Junker aggressiv ins Mikro und bringt die Stimmung in eine andere Richtung.
Dieses musikalische Konzept ist Fluch und Segen zugleich. Während man auf der einen Seite vor dem Abwechslungs- und Ideenreichtum hochachtungsvoll den Hut ziehen möchte, vermisst man auf der anderen Seite Strukturen die Halt geben. „Passengers“ fehlt ein wenig der Mut zur Ruhe und Gelassenheit. Manche Melodien kommen kaum zur Entfaltung, weil sich zu schnell das nächste Break oder die nächste Richtungsänderung anschließt. Hier gilt wie so oft bei Debütalben: weniger wäre mehr gewesen. Ein Paradebeispiel ist „Revealing Fire“, bei dem vor allem der Keyboardpart im Mittelteil ziemlich unnötig ist. Die Songs wirken trotz einer Länge von meist über fünf Minuten teilweise überfrachtet und überladen. Das ist dann nicht mehr progressiv, sondern einfach zu viel des Guten. Ein persönlicher Kritikpunkt ist zudem das etwas zu stark auf Druck und Power ausgerichtete Songwriting. Zu selten verliert man sich in melancholischen Gedanken, da massive Gitarrenriffs und Doublebass-Salven einer verträumten Stimmung zügig den Riegel vorschieben. Auch hier hätte ich mir mehr Ruhe gewünscht.
So fällt das Fazit ein wenig zwiespältig aus. Die Entwicklung der Band ist beachtlich. Gesanglich und instrumental liefern FIRESCENT Arbeit auf sehr hohem Niveau. Titel wie „Silent Solitude“ und „Moving Skywards“ würden alleine einen Plattenvertrag rechtfertigen. Nun gilt es das Songwriting über ein komplettes Album auf ein solches Qualitätslevel zu bringen. Und dafür müssen – so schwer einem das fällt – vielleicht auch mal Ideen über Bord geworfen werden. Damit bewahrheitet sich die Symbolik des Artworks: der einsame Wanderer ist sich dem Ziel seiner Reise nicht bewusst. Die Umstände, seine Begleiter, die Höhen und Tiefen und die Gefahren sind ihm nicht bekannt. Nur eines ist klar: er wird seinen Weg gehen…
www.crossfire-metal.de
Aus ehemaligen Mitgliedern von „Mindcrime“ entstand im beschaulichen Sauerland mit „FireScent“ eine schlecht einer Schublade zuzuordnende Band, welche mit „Passangers“ ein gelungenes Album mit einer progressiven Grundausrichtung auf die Beine gestellt hat. Mit einer meist düsteren Ausrichtung kommen neben rifflastigen Passagen oft auch melodische Nuancen zum Vorschein, wobei teilweise auch Growls zu vernehmen sind. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt, wie der Einsatz von Orgel, Schifferklavier oder Akustikgitarre beweist, wobei außerdem epische Einflüsse zu vernehmen sind, was nicht zuletzt dem emotionsgeladenen Gesang von Christoph Weller zu verdanken ist. Der Opener „Ascension Theory“ spiegelt diese Komplexität wieder und kann mit einem widererkennungswerten Refrain aufwarten. Neben den teilweise zu lang gehaltenen Songs, ist das ansonsten nicht auszumachende Hitpotential als einziges Manko des ansonsten durchaus guten Debütalbums auszumachen. Aufgeschlossene Metalfans, welche nicht nur einer Richtung treu sind, sollten zumindest einmal in die Scheibe reinhören. Autor: Markus Peters
www.darkscene.at
Keiner weiß im Moment, ob und wie es bei Nevermore nach dem Abgang von Gitarrenhexer Jeff Loomis und Drummer Van Williams weiter geht. Auch um Shatter Messiah, die ebenso in jener Nische wohnen, ist es verdächtig ruhig geworden. Doch so lang man mit Überraschungen wie dem vorliegenden Debüt von FireScent konfrontiert wird, sind Sorgen solcher Natur letztlich halb so schlimm.
Nein, FireScent stammen ausnahmsweise nicht aus den USA, sondern aus dem Deutschen Siegen. Würde man es bei den Vocals (Akzent) von Frontman Christoph Weller nicht gelegentlich merken, tippte man voreilig auf eine nordamerikanische Metal Hochburg in ihren besten Zeiten. Doch bei genauerem Hinhören bieten die neun Songs nicht nur progressiv angehauchten Power Metal mit Thrash-Vibes. Kleine, versteckte Details und stimmungsvolle Passagen Marke Skandinavien, vertrackte, aber dennoch ins Gesamtbild passende Rhythmen machen auf "Passenger" klar und deutlich das Salz in der Suppe aus.
Der eher verhaltene Startreigen "Ascension Theory" mag noch nicht das ganze Potential aufzeigen, aber das folgende "Silent Solitude" mit seinen tiefschürfenden Harmonien und das groovige, leicht an Amorphis erinnernde "Moving Skywards" hauen dafür mächtig rein. Verwöhnte Lauschlappen bekommen dann bei der Halbballade "Convenience Mark" Fluten an Emotionen hinein gespült und bei einem ausladenden Power Metal Hammer wie "Concrete Shores", der einen ab 3:50 in herrliche Prog-Gefilde entführt, weiß man definitiv Bescheid: die ersten Songs von "Passenger" sind alles andere als Eintagsfliegen.
Da macht das von erwärmenden Refrains und im Mittelteil von tiefen Growls gekleidete "In Response To Light" keine Ausnahme, zudem auch hier die Soloarbeit wieder dezent an Nevermore erinnert. Wie bei dem meisten Tracks kommen ebenso bei "Revealing Fire" feine Akustikparts zur Geltung, doch die eigentliche Überraschung sind die im puren '70ies Stil eingepflanzten Hammondorgelparts, die dem Ganzen ein spezielles Flair verleihen.
Auch wenn die zweite Hälfte mit der ersten kompositorisch nicht ganz mithalten kann, hat das Siegener Quintett ein starkes Debüt am Start, das sich international keineswegs verstecken braucht, im Gegenteil. Technisches Können wird nicht zum Selbstzweck verschwendet, sondern songdienlich integriert. Der Gesang klingt obendrein überzeugend und kraftvoll, wenngleich die ganz brillanten Momente etwas mangelhaft erscheinen. Es sollte nicht lange dauern, bis FireScent als legitime Nevermore Erben als europäische Antwort gehandelt und mit einem Deal bei einem namhaften Label belohnt werden. Bis dahin solltet ihr euch die schön aufgemachte Originalpressung von "Passenger" reinziehen.
www.reflectionsofdarkness.com
FIRESCENT comes from Germany and was formed out of the dissolved MINDCRIME. They describe themselves as influenced by the Scandinavian Metal, namely KATATONIA, and come from a premise of melancholy and darkness. They also rather ambitiously claim to be “hardly comparable to anything being heard so far”, and whilst I concede that the spirit of creativity is definitely there and that they possess their own unique “flavour” I cannot really say that their sound is as original and groundbreaking as the claim would have you believe but the music is of a truly good quality regardless of that boastfulness. The lyrical content deals with some difficult times and resulting emotions and it seems that they strive for their closure and resolution. Also the Scandinavian influence reaches further out to England - Halifax and Liverpool respectively, as you can also feel references to PARADISE LOST and ANATHEMA there, representatively ‘Moving Skywards’ shows the doom and melodic death metal leanings quite well. NEVERMORE may be your next point of reference.
The progressive and even more rock-sounding parts are quite unobtrusive and the weaving of the different trends and its elements is commendable. ‘Convenience Mark’ is one of the best tracks, also a fusion of styles, the changes of tempo and shading of emotions by them is quite striking, the song is strong and even beautiful. ‘Concrete Shores’ has quite an imaginative beginning with harmonica, birds and ship sounds - which sounds clichéd but is well done here - and especially in a way that brings an atmosphere of foreboding broken up by a more breakneck speed guitars & drums and probably more of its nod to thrash metal. ‘Passengers Theme’ is a rather beautiful closing track; the vocals are at their most outstanding here as well as the guitar work in slower parts, thinly shadowed by strings with some solos coming in the mid-tempo and within the faster tempo there is even a small bit of a feel of epic metal to appreciate. The sound of the waves fades out the album out rather nicely. I felt that the sequencing of songs should have been done better with a bit of pruning to be done, but still, it’s a truly good album with some great moments on it from a band that should be signed already, very promising.
www.earshot.at
Vor etwas mehr als zwei Jahren starteten ehemalige MINDCRIME Musiker mit Unterstüzung von weiteren Mitgliedern von LAY DOWN ROTTEN und WHITLOW mit dem ersten 3-Track Demo „Suicidewalk“ durch. Mit „Passangers“ veröffentlichten FIRESCENT nun ihr erstes Album in Eigenregie. Erneut wird düsterer Modern Rock mit vielen Metalanteilen geboten.
Kraftvolle, knackige Riffs, eine immerwährende düstere Stimmung, aber auch einprägsame Gitarrenmelodien sind die Trademarks der Band aus Siegen. Die kraftvolle Stimme von Fronter Chris passt sehr gut zu dem Sound, da er auch in den melodischen Momenten seine Stimme mit genügend Gefühl einzusetzen weiß. In den ruhigen Momenten kommen oft die düsteren Gesellen aus Finnland in den Sinn. SENTENCED, PARADISE LOST oder THE MAN-EATING TREE mögen wohl als vager Vergleich gelten, aber wenn es mal härter wird, wie beispielsweise bei „Silent Solitude“, dann bricht bei den Gitarristen Daniel und Sascha gern mal Jeff Loomis, bzw. desse ehemalige Truppe NEVERMORE durch. Kompositorisch gehen FIRESCENT nicht gerade den leichten Weg, denn die Arrangements sind etwas komplexer als bei den meisten Kollegen und so braucht es schon einige Durchläufe bis von „Passangers“ etwas hängen bleibt und auch der rote Faden kann einem schon mal verloren gehen.
Hier und da gibt es auch mal ein paar Shouts von Basser Mario und akustische Gitarren sorgen hier und da für Abwechslung. Im Gegensatz zu den meisten Combos des Dark Rocks sorgen FIRESCENT für mehr Abwechslung und Dynamik, denn so manch schneller Part lässt die Band eigenständig wirken.
FIRESCENT erfinden das Genre nicht neu, können aber vielleicht etwas frischen Wind in den Dark Rock bringen. Trotz einiger Parallelen zu Genregrößen schaffen es die Deutschen, ihren eigenen Sound zu kreieren, der aber vielleicht noch etwas ausbaufähig ist und etwas an Kompaktheit vermissen lässt. Einen Deal hätten sie sich mit der Platte aber schon verdient.
www.earshot.at
www.myrevelations.de
Wir Rezensenten haben es nicht immer leicht. Sobald neue oder einem unbekannte Bands auf dem Plan stehen, bedient man sich in unserer Position gerne vorgegebenen Kategorien und Vergleichen mit anderen, erfolgreichen Kapellen. Im Fall von FIRESCENT ist dies schlichtweg unmöglich. Nach der Auflösung von MINDCRIME, formierte sich in Siegen eine Truppe, um die Schreiberzunft zu ärgern. Spaß beiseite. Mit "Passengers" erscheint dieser Tage ein Beweis dafür, dass Kreativität in der Metal-Sparte noch lange nicht tot ist. Geboten wird ein vielfältiger Mix, der neben düsteren, rifflastigen Passagen und verträumten Melodiebögen, auch härtere Ausbrüche parat hält. Als Beispiel für den enormen Ideenreichtum, ziehe ich das zweite Stück der Scheibe heran. Zunächst ballert "Silent Solitude" energiegeladen aus den Boxen. Doch immer wieder wird dieser auf den Punkt gespielte Schwermetall, durch eingängige, epische Phasen ergänzt. Da packen die Seitenkünstler schon mal die Akustikgitarre aus und Sänger Christoph Weller deckt das große Spektrum an Emotionen gekonnt ab. In anderen Liedern werden zudem exotische Instrumente, wie Orgel und sogar ein Schifferklavier benutzt um gewünschte Stimmungen zu erzeugen. Gitarrist Daniel Benner und Bassmann Mario Junker sind die Wirbelsäule von FIRESCENT und haben sowohl die Musik, als auch die Texte geschrieben. Großen Respekt dafür, denn es ist nicht selbstverständlich, dass ein Debütalbum vor so viel Komplexität und Abwechslung strotzt. Bei allem Positiven, muss aber auch erwähnt werden, dass es ein bisschen am Ohrwurmcharakter fehlt. Nicht jeder Song bleibt hängen und der ein oder andere ist mit über sechs Minuten Spielzeit einfach eine Spur zu lang geraten. Das sind allerdings Kleinigkeiten, welche sich möglicherweise nach einigen Durchläufen in Luft auflösen.
FIRESCENT werfen mit "Passengers" ein frisches Stück Heavy Metal auf den Markt, das sich hören und sehen lassen kann. Die nahezu perfekte Eigenproduktion hat nämlich auch ein tolles Covermotiv, sowie 16 Seiten Booklet mit an Bord. Auf der oben angegebenen Homepage der Band, kann man sich ein witziges Musikvideo zum Song "Ascension Theory" ansehen. Des Weiteren gibt es die CD dort für kundenfreundliche 10 Euro zu erwerben. Das nenn ich mehr als fair, also nicht lange überlegen, sondern zuschlagen!
www.rockingboy.de
Aus der Asche der progressiven Power Metaller MINDCRIME entstanden, die vielleicht einigen von euch noch ein Begriff sein könnten, da sie drei recht gute Alben ("Never Like Forever", "Tourniquet Sleep" und "Stranded") und eine vielbeachtete EP ("Burning Glass") veröffentlichten, ehe sie das Zeitliche segneten, kommt FIRESCENT nun mit ihrem Debütlongplayer um die Ecke.
Und was macht ein Rezensent mit einem Debütalbum erstmal, um es euch zu erleichtern? Er versucht Parallelen zu bekannten Bands zu finden bzw. zumindest eine Schublade, damit ihr euch einen Begriff machen könnt, wie die neue Gruppe denn so klingt. Und was machen FIRESCENT? Die lassen sich einfach nicht kategorisieren.
Zu viele Einflüsse spitzen hervor, von NEVERMORE bis ANATHEMA bis EARSHOT bis LABYRINTH, und vor allem haben FIRESCENT eine absolut eigene Note. Etwas progressiver, verdammt abwechslungsreich mit viel Wert auf Melodien, trotzdem hart und eindringlich. Besonders Sänger Christoph Weller hat es drauf sämtliche Emotionen zu transportieren, mal klingt er etwas zerbrechlich, dann klar, dann aggressiv, je nachdem wie es der Song benötigt. Bestes Beispiel das harte "Moving Skywards", das wirklich mächtig aus den Boxen drückt, nur damit das folgende "Convenience Mark" zart und traurig wirkt. Das ist einfach moderne Rock bzw. Metal Musik, die mit viel Gespür für die Feinheiten eingespielt wurde und bei der man in jeder Sekunde merkt, dass hier erfahrene Musiker mit viel Herzblut am Werken sind.
Manchmal fehlt mit noch ein wenig der zündende Funke ("Concrete Shores" und "Revealing Fire" laufen völlig an mir vorüber ohne auch nur eine Sekunde Eindruck zu hinterlassen), um wirklich ein absolut geiles Album abgeliefert zu haben. Als Fazit möchte ich aber jedem Fan von progressiv angehauchtem Metal FIRESCENT als neuen Geheimtipp angedeihen lassen, "Passengers" hat wirklich viel zu bieten und dürfte den großen Bands der Szene vielleicht einen kleinen Schrecken einjagen können.
www.rockingboy.de
Markus
Behind the veil - webzine
As I have stated in some reviews before, progressive metal is not my cup of tea.
I really get bored by listening to all these highly educated musicians that pop out from the universities around the world and try to show off their skills and forget to compose music. So, when I come up in front of the term progressive metal, as you can imagine, I don’t jump from joy, so to speak. I have to admit, though, that lately I was particularly lucky and came across bands that play progressive metal with substance and avoid showing off. FIRESCENT are such a band. A band that consists of skillful musicians who want to create compositions and pass to the listener the emotions and the ideas they want to create through their music. “Passengers” is an album that has variety, both musical and emotional. About the emotional part I have to say that other compositions are full of rage and energy and other ones are melancholic and dark. Their sound is a blend of power, thrash and even atmospheric meta amalgamated so well that it sounds very solid. If I have to compare the sound of FIRESCENT with some known bands, then I would say that NEVERMORE, OPETH, KATATONIA and ANATHEMA are the first ones that come to my mind. I don’t say that they copy the above mentioned bands. I just give you a hint of what you will expect to listen to with this release. The friends of progressive metal must give them a try…
more Reviews will follow!










